Donnerstag, 2. Februar 2017

Inspektionspflicht für Klimaanlagen >12 kW bleibt auch in kommendem Gebäudeenergiegesetz (GEG) bestehen

Im aktuell vorliegenden Referentenentwurf des "Gesetzes zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden" (GEG) wird der aus der EnEV stammende §12 zur Inspektionspflicht von Klimaanlagen nahezu unverändert mit einem eigenen Kapitel übernommen. Verschärfend hat ab 01.01.2018, der geplanten Gültigkeit des neuen Gesetzes, der Anlagenbetreiber von inspektionspflichtigen Klimaanlagen den Inspektionsbericht der nach Landesrecht zuständigen Behörde unaufgefordert vorzulegen. Bisher war dies nur auf Verlangen der Behörde notwendig. Zusätzlich sollen inspektionspflichtige Klimaanlagen und die Fälligkeit der Inspektion auch in Energieausweisen als Pflichtangabe aufgeführt werden.

EU legt in aktuellem EPBD-Entwurf neue Basis für Energetische Inspektionen von Klimaanlagen sowie Heizungsanlagen fest und weitet die Inspektionspflichten auf Wohngebäude aus

Der am 30.11.2016 veröffentlichte Entwurf zur Überarbeitung der Energieeffizienzrichtlinie 2010/31/EU (EPBD) sieht einige Änderungen in Bezug auf die Energetische Inspektion von Klimaanlagen und Heizungsanlagen vor. So soll nach Umsetzung der Richtlinie in den Mitgliedstaaten eine Inspektionspflicht für Klima- und Heizungsanlagen bestehen bleiben, insofern Nichtwohngebäude einen jährlichen Primärenergiebedarf von 250 MWh überschreiten. Für Wohngebäude soll eine Energetische Inspektion verpflichtend werden, sobald die kumulierte Nennleistung gebäudetechnischer Klima- bzw. Heizungsanlagen mehr als 100 kW beträgt.

Samstag, 19. März 2016

Achtung! Kontrolle! Kommt etwa Schwung in den EnEV-Vollzug?

Im März 2016 landete ein Brief des Landesverwaltungsamtes Thüringen im Briefkasten des IB TGA-Effizienz mit der Aufforderung zur Zusendung meherer Klima-Inspektionsberichte sowie den Qualifikationsnachweis des Inspektors für eine Stichprobenkontrolle zur Verfügung zu stellen. Damit scheint nun wahrscheinlich das Land Thüringen als erstes Bundesland den Auftrag Ernst zu nehmen und stichprobenartig die Qualität der Klima-Inspektionsberichte zu überprüfen. Bisher liegt keine Rückmeldung des Amtes vor, aber man darf sehr gespannt sein, wie genau man es mit der Überprüfung der Berichte seitens der Behörde nimmt und ob auch der Anlagenbetreiber in irgendeiner Weise Auskünfte erteilen muss.

Dienstag, 16. Februar 2016

Neue GEFMA-Richtlinie 124-5 zur Energetischen Inspektion nach §12 EnEV erschienen

16.02.2016:

Als Komplettierung der Richtlinienreihe 124 - Energiemanagement im Facility-Management ist nun auch der Teil 5 - Empfehlung zur Umsetzung der Energetischen Inspektion nach § 12 EnEV des GEFMA e.V. im Entwurf 2016-02 erschienen. Die Richtlinie enthält für alle Personenkreise, die sich mit Energetischen Inspektionen beschäftigen (Betreiber, Auftraggeber und Inspektoren) wertvolle Hinweise zur Herangehensweise bzw. schließt eine Vielzahl von Wissenslücken rund um das Thema Energetische Inspektion von Lüftungs- und Klimaanlagen. So werden z.B. übliche Anlagenszenarios beispielhaft aufgeführt und es wird die Herangehenseise von der Ausschreibung über die Dokumentation bis hin zur Erstellung und Registrierung der Inspektionsberichte erläutert. Bei der Erarbeitung der Richtlinie stand immer das Motto "Was muss, was kann, was sollte?" im Vordergrund um Antworten zu den gesetzlichen Anforderungen sowie auch zu ambitionierteren Zielen für einen effizienten Betrieb von Klimaanlagen geben zu können.

Durch die Beteiligung von Betreibern wie u.a. der Universität Leipzig, dem Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB), der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) und Inspektoren, wie dem Ingenieurbüro TGA-Effizienz und BROCHIER Consulting+Innovation konnten bei der Erarbeitung die Erfahrungen und Erwartungen von Auftraggeberseite sowie seitens der Auftragnehmer in die neue Richtlinie einfließen.
  
Die Richtlinie kann für GEFMA-Mitglieder kostenfrei bezogen werden. Nicht-Mitglieder zahlen einen Kostenbeitrag von 34,00 EUR und können die Richlinie hier bestellen.

Einsprüche, Ergänzungen, Kommentare zum Entwurf werden bis zum 31.07.2016 erbeten an: krifft-robesan@t-online.de, info@gefma.de

Donnerstag, 21. Januar 2016

Noch sehr viel Luft nach oben bei Energetischer Inspektion von Klimaanlagen


Das zwischen den gesetzlichen Anforderungen und der tatsächlichen Umsetzung der Energetischen Inspektion eine große Diskrepanz herrscht, hat die Anfrage des Ingenieurbüro TGA-Effizienz an das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) im Januar 2016 ergeben, welches als zuständige EnEV-Registrierstelle u.a. die Aufgabe hat die Registrierung der Inspektionsberichte für Klimaanlagen zu übernehmen. 

Nach Aussage des DIBt wurden von den Inspektoren im Jahr 2014 Registrierungen von 1.185 Inspektionsberichten vorgenommen. Im Jahr 2015 waren es 2.839. Somit wurden seit der Pflicht zur Registrierung der Inspektionsberichte ab 1. Mai 2014 bis Ende des Jahrs 2015 insgesamt 4.024 Registrierungen vorgenommen. Die monatliche Inspektionsrate ist damit zwar um ca. 60% gestiegen, liegt jedoch immer noch sehr weit von der eigentlich notwendigen Rate von ca. 50.000 Anlagen jährlich entfernt.

Bei geschätzen 300-500 Tausend Anlagen, welche von der Inspektionspflicht betroffen sind, lässt sich hier gut erkennen wie genau man es mit der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen zur Erhöhung der Energieeffizienz in Deutschlands Nichtwohngebäuden nimmt.


Im Rahmen der „For­schungsinitiative Zukunft Bau“ hatte eine Studie des Instituts für Luft- und Kältetechnik Dresden (ILK) im Jahr 2013 außerdem ergeben, dass bis dahin trotz der gesetzlichen Pflicht weniger als 3 Prozent der entsprechenden Klimaanlagen in deutschen Nichtwohnge­bäuden energetisch inspiziert wurden.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Praxisproblem - Ermittlung der elektrischen Wirkleistung von Ventilatoren

Für die korrekte Durchführung der energetischen Inspektion ist es unerlässlich die Stromaufnahme der Motoren zu messen, welche die Zu- und Abluftventilatoren einer RLT-Anlage antreiben. Die Energieeinsparverordnung 2014 schreibt in § 12 Abs.5 vor, dass nur fachkundige Personen,  mit berufsqualifizierendem Hochschulabschluss in den Fachrichtungen Versorgungstechnik oder Technische Gebäudeausrüstung mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung in Planung, Bau, Betrieb oder Prüfung raumlufttechnischer Anlagen, bzw. Personen mit berufsqualifizierendem Hochschulabschluss in 
a)   den  Fachrichtungen  Maschinenbau,  Elektrotechnik,  Verfahrenstechnik,  Bauingenieurwesen oder 
b)   einer  anderen  technischen  Fachrichtung  mit  einem  Ausbildungsschwerpunkt  bei  der Versorgungstechnik oder der Technischen Gebäudeausrüstung mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung in Planung, Bau, Betrieb oder Prüfung raumlufttechnischer Anlagen eine energetische Inspektion vornehmen dürfen. Für die Durchführung der in der DIN SPEC 15240 definierten Ermittlung der elektrischen Wirkleistung der Ventilatoren ist jedoch eine Befähigung als Elektrofachkraft notwendig. Diese besitzen von Haus aus nur Meister, Techniker, Ingenieure der Elektrotechnik. Viele andere der in der EnEV genannten Personenkreie besitzen diese Qualifikation nicht. Insofern keine Probleme bei der Durchführung der Messung an den Anlagen entstehen, wird das auch unproblematisch bleiben. Sollten jedoch Probleme entstehen, werden der Auftraggeber sowie der Auftragnehmer der energetischen Inspektion zur Rechenschaft gezogen.